Stargate (snes) © 1994 Acclaim

Genre: Action

 

 

Durch die Wüste

 

Stargate für das snes basiert auf dem gleichnamigen Kinofilm Roland Emmerichs aus dem Jahr 1994. Ein typisches Lizenzspiel also. Da werden schon zu Beginn etliche die Nase rümpfen, denn erfahrungsgemäß ist deren Qualität aufgrund des Zeitdrucks bei der Entwicklung eher mäßiger Natur.

Story: Ein rundes Objekt aus einem merkwürdigen Material wird gefunden, das auf der Erde nicht vorkommt. Der Wissenschaftler Dr. Jackson "öffnet" dieses "Sternentor", und zusammen mit einer Gruppe Militärs landet er auf einem unbekannten Planeten, auf dem ein armes Volk durch den gottähnlichen Herrscher Ra unterdrückt wird. Jackson und die Soldaten unter Führung von Colonel O`Neil schliessen sich dem Widerstand an.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Colonel Jack O`Neil, im Film dargestellt von Kurt Russell. Sein erster Auftrag ist es, die Mitglieder seines Teams wiederzufinden. Hilfe erhält er dabei von Doktor Daniel Jackson (James Spader im Film), und den Eingeborenen Skaara und Sha`uri. Die wenigen Konversationen im Spiel finden durch simple Textzeilen statt, die kaum originell sind.

Der Spieler steuert seine Spielfigur in Seitenansicht durch die Levels des Spiels, bewaffnet ist er dabei mit einem Schnellfeuergewehr und Granaten. Während die Munition für das Gewehr unbegrenzt vorhanden ist, müssen Granaten im Verlauf des Spiels eingesammelt werden.

Ebenfalls kann man etliche Upgrades für das Gewehr finden (vor allem in den vielen Höhlen), welche Dauerfeuer ermöglichen, die Feuerrate und auch den Schaden erhöhen, oder dafür sorgen, das sich die Waffe kurzzeitig nicht mehr überhitzt. O`Neil kann schiessen, rennen, springen und klettern - und er kann auch, während er kletternd an Seilen oder Felsvorsprüngen hängt in acht verschiedene Richtungen feuern. Dies sieht nicht nur beeindruckend aus, man wird damit auch leichter die zahllosen Feinde im Spiel los.

Ballern bis der Arzt kommt

Diese reichen von kleinen Skarabäuskäfern und Reptilien über fliegende Insekten bis hin zu den bewaffneten Handlangern Ra`s - einige Gegner feuern auch mit Laserstrahlen auf den Spieler, groteskerweise sogar die Käfer.

Die Missionen sind recht langweilig und abwechslungsarm....Verbündete finden, Verbündete befreien, Vorräte finden, selbige an Verbündete weiterreichen...mehr als durch die Levels und Höhlen rennen und das Zeugs suchen springt dabei nicht heraus. Dabei spielt es auch keine Rolle ob man sich in einem Wüstenabschnitt oder in der Eingeborenen-Stadt Nagada befindet.

Somit wird das Ballern und Klettern schnell langweilig, zumal am Ende jedes Levels immer derselbe Endgeger bekämpft werden muss - Ra`s schurkischer Gehilfe Anubis, welcher sich, wie auch die Standard-Wachen, teleportieren kann. Erst am Schluss geht es Ra selbst an den Kragen.

Atmosphäre und Anstrengungen

Die Grafik des Spiels ist allgemein sehr hübsch anzusehen, die Animationen des Spielercharakters sind astrein, und auch die Musik ist mit ihren orientalischen Klängen durchaus passend, wenn auch nach einiger Zeit leicht nervtötend - hier legt man sich lieber den Originalsoundtrack des Filmes ein. Trotzdem fängt das Spiel die Atmosphäre des Filmes an manchen Stellen durchaus ein. Da das ständige Ballern aber schon nach einer Stunde ermüdet, dachten sich die Entwickler: "Bauen wir eine kleine Flugsequenz ein, als Hommage an die fliegenden Gleiter im Film".

Gute Idee an sich, nur sind diese Sequenzen deutlich schwerer als die Hauptlevel - auch im leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade. Denn der Gleiter verbraucht Sprit, und das so atemberaubend schnell, das man bei nur einem verpassten Kanister schnell das zeitliche segnet. Zudem wird man dabei pausenlos von anderen Gleitern beschossen. Die fünf Leben des Spiels sind dann schnell weg und man schmeisst frustriert das Gamepad in die Ecke. Zum Glück gibt es ein Passwortsystem, so das man nicht wieder ganz von vorne anfangen muss. Ärgerlich bleibt es trotzdem.

FAZIT: Bereits ein Jahr zuvor bewies Acclaim mit Alien 3, das ein Lizenzspiel spannend und gut sein kann, leider gehört Stargate nicht dazu. Es ist zwar nicht völlig misslungen, aber die guten Ansätze wurden durch das langweilige Missionsdesign und den hohen Balleranteil zunichte gemacht. Grafik und Sound überzeugen, ebenfalls die Steuerung - nur die Flugsequenzen sind zu schnell und hektisch. Hätten die Entwickler etwas mehr Feinarbeit investiert, hätte dies ein großes Spiel werden können - genug Potenzial hat das Stargate-Thema eigentlich. So bleibt unterm Strich ein nettes Actionspielchen, das schnell an Reiz verliert. Stargate mag ein recht unbekannter Klassiker der snes-Spiele sein, ein guter ist es nicht - Stargate Fans dürfen trotzdem locker einen Punkt zur Wertung dazu addieren.

Wertung: 5|10 Retro-Wertung 6|10