Resident Evil (Playstation) © 1996 Capcom

Genre: Survival Horror

Captain Wesker, where`s Chris?

Mit Resident Evil bescherte uns Capcom einen Titel, dessen Franchise nicht nur bis heute erfolgreich ist, sondern auch ein neues Spielgenre erfand: Den Survival Horror.
Das Spiel besaß ein Intro, in welchem man echte Schauspieler (wenn auch nur Amateurliga) einsetzte. Das S.T.A.R.S. (Special Tactics And Rescue Service) Alpha Team geht Hinweisen nach Angriffen und Verstümmelungen von Spaziergängern und Wanderern in den Wäldern von Racoon nach. Kontakt zum zuvor entsendeten Bravo Team riss ab.



Nach der Landung wurde das Team von mutierten Hunden attackiert, und rettete sich in ein altes, im Wald verstecktes Herrenhaus - wo der Horror erst richtig begann. Der Spieler hatte nun die Wahl, mit Chris oder Jill zu spielen. Chris war kräftiger und konnte mehr Schaden einstecken, hatte aber nur sechs Inventarplätze. Allgemein war das Spiel mit ihm für Fortgeschrittene gedacht. Jill konnte acht Gegenstände mit sich führen, hatte einen Dietrich um bestimmte Türen auch ohne Schlüssel zu öffnen, und bekam immer wieder Hilfe in Form des brummigen, schweigsamen Kollegen Barry.



Aufgabe in Resident Evil war es, zu Überleben, Rätsel zu lösen und dem Geheimnis des Hauses auf den Grund zu gehen. Dazu standen dem Spieler natürlich diverse Waffen zur Verfügung: Messer, Pistole, Schrotflinte, Granatwerfer und Raketenwerfer. Munition für diese Waffen war in sehr überschaubaren Mengen vorhanden - was das Überleben zusätzlich noch schweißtreibender Gestaltete.



Der Spieler bewegt sich mit der Figur seiner Wahl durch gerenderte, vorberechnete Hintergründe, mit festen Kameraperspektiven. Die Optik war sensationell, die Stimmung im Herrenhaus düster und gruselig - was durch die exzellente Musik noch verstärkt wurde. Auch beim Sound gab man sich größte Mühe, so hinterliessen die Schritte der Figuren auf Marmorböden andere Geräusche als auf einem Teppichläufer.



Schüsse aus Pistolen wurden aufgenommen und digital ins Spiel übertragen - sie klangen dumpf und hart, nicht übertrieben knallend und verstärkt wie in anderen Spielen. Die Steuerung erforderte etwas Einübungszeit, und war leider nicht als perfekt anzusehen, genau wie die etwas hözernen Animationen der Figuren. Das ständig gefüllte Inventar zwang den Spieler, immer wieder Ausrüstung in Kisten abzulegen, welche in sogenannten Saverooms stationiert wurden. Dort war man sicher vor Angriffen, und konnte das Spiel speichern - eine entspannende Musik gab ebenfalls einen Hinweis auf diese Räume.



Zum Speichern kamen die Ink Ribbons, die legendären Farbbänder, zum Einsatz. Auch sie musste man erst finden, und einsammeln, das Speichern war nur an Schreibmaschinen möglich und in der Anzahl begrenzt - ein Umstand, den nicht jeder Spieler toll fand.

Große Knarre, großes Viehzeug

Neben den normalen Gegnern wie Hunden und Zombies, musste es der Spieler auch immer wieder mit großen Zwischen und Endgegnern aufnehmen, z.b. Spinnen, Riesenschlange oder Haifisch. Gegen diese Bedrohungen halfen nur stärkere Waffen - wer seine ganze Schrotmunition bei den schlurfenden Zombies verbraucht hatte, stand dann der Schlange recht hilflos gegenüber.



Neben dem riesigen Herrenhaus gab es auch noch die Gartenanlage mit dem Wachhaus, sowie das versteckte Labor, in welchem der Showdown stattfindet. Fast sämtliche Türen waren zu Beginn verschlossen, mehrere Schlüssel mussten gefunden werden, um Zugang zu erhalten. Die vielen Rätsel bestanden aus Diamanten, welche man in einem Tigerkopf einsetzen musste, bis hin zu einem Bilderrätsel und dem Korrekten Mischen einer Tinktur, mit welcher man die Wurzeln einer Riesenpflanze vergiftete - Capcom war stets bemüht, neben der Action auch viel Spannung und Denkaufgaben einzubauen.



Die Gewalt im Spiel war recht heftig: Neben platzenden Zombieköpfen und rotem Pixelblut, konnte auch der Spieler selbst sehr unerfreulich und unappetitlich das zeitliche segnen - wer nicht genug grüne und rote Kräuter zur Heilung im Inventar hatte.


FAZIT: Grusel, Action und Rätsel, immer wieder verbunden durch tolle Szenenwechsel und Zwischensequenzen, begeisterten Spieler weltweit und machten Resident Evil zu einem absoluten Klassiker, einem der meist verkauften Videospiele aller Zeiten.
Hunde sprangen dem Spieler plötzlich durch Fenster vor die Füße, und freute man sich schon, alle Zombies im Haus ausgemerzt zu haben, erwarteten den Spieler plötzlich die echsenartigen Hunter, deren lange Krallen klickende Geräusche auf dem Boden verursachten. Zwar gab es auch Kritikpunkte wie die gewöhnungsbedürftige Steuerung, die hölzernen Animationen, das umständliche Speichern und die achtsekündigen Ladezeiten beim Betreten eines neues Raumes, aber das alles konnte den Siegeszug von Capcom nicht stoppen. Schaut man sich das Spiel heute an, nerven die Ladezeiten natürlich mehr denn je, und auch die Polygonfiguren in den gerenderten Hintergründen wirken wie Fremdkörper. Trotzdem kann auch das die tolle Atmosphäre des Spiels nicht beeinflussen.


Wertung: 8|10 Retro-Wertung: 10|10