Project I.G.I. (PC) © 2000 Innerloop Studios

Genre: Action

I`m going in!

In Project IGI übernimmt man die Rolle von David Jones, einem ehemaligen SAS-Soldat, der nun für einen Geheimdienst arbeitet. Ähnlich wie sein NSA-Kollege Sam Fisher, ist seine Spezialität das Infiltrieren gegnerischer Territorien - nur das DJ dabei nicht immer ganz so heimlich und leise vorgeht.

Ihm zur Seite steht Anya, die ihm über Funk die Missionsziele erklärt und seinen einzigen Kontakt zu IGI darstellt. Aktiv und persönlich ins geschehen greift sie erst in der letzten Mission ein.
Das Ziel des Spielers ist es, die Terroristin Ekk aufzuhalten, die einen atomaren Sprengkopf in ihren Besitz gebracht hat. Auf dem Weg dahin entschlüpfen sie und ihre Handlanger immer wieder DJ`s Zugriff, ein Katz-und Mausspiel beginnt.

Zeig mir alles

Die Missionen in IGI bauen fast alle aufeinander auf, das Ende der letzten leitet somit den Beginn der neuen ein. Dabei gestaltet sich die Terroristenjagd äusserst abwechslungsreich: mal muss ein Informant eskortiert werden, mal lautet der Auftrag eine Reihe von SAM`s zu zerstören, damit Jones ausgeflogen werden kann. Jones spielt Scharfschütze bei einer Befreiungsaktion, und nach einem Helikopterabsturz muss er sich gar seine komplette Ausrüstung aus den Händen des Feindes wiederbeschaffen. Langeweile kommt dabei nicht auf, jede Mission ist eine neue, spannende Herausforderung.
Zu DJ`s Ausrüstung gehört auch ein Satellitenempfänger, der das gesamte Einsatzgebiet von oben in Echtzeit darstellt. Feinde sind darauf aber nur zu sehen, solange sie sich nicht unter ein Dach stellen, oder in einem Gebäude aufhalten. Dennoch kann sich DJ damit leichter durch das riesige Einsatzgebiet bewegen - auch das Fernglas markiert effektiv alle Feinde in der Umgebung.
Das Waffenarsenal ist umfangreich, neben einer schallgedämpften MP5 stehen Jones auch AK-47, Minimis, M4 Karabiner, Uzis , Schrotflinten und Scharfschützengewehre zur Verfügung. Ausserdem findet er im Einsatzgebiet auch Minen, Granaten und wichtige, erste-Hilfe-Spritzen.
Desweiteren lässt sich natürlich Munition und auch die Waffen selbst von Gegnern aufnehmen.

2-kilometer-Kopfschuss

Das Einsatzgebiet der jeweiligen Missionen ist nicht nur riesig, es besticht auch mit einer damals phänomenalen Weitsicht - kurz bevor Operation Flashpoint erschien, was in dieser Hinsicht noch einen draufsetzte. Für die Grafik sorgt eine modifizierte Engine des Flugsimulators Joint Strike Fighter. Aber auch beim Realismus gingen die Entwickler große Schritte - Kugeln durchdringen Türen und dünne Wände, durch gezielte Feuerstöße erhöht sich die Genauigkeit und Reichweite. Man könnte IGI als eine der ersten, richtigen Militärsimulationen bezeichnen.

Mission gescheitert

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten - die Missionen sind zum Teil knüppelhart schwer, was an drei Umständen liegt - dem großen Einsatzgebiet mit den vielen Gegnern, der Tatsache das nur wenige Treffer zu DJ`s Ableben führen, und einer fehlenden Quicksave-Funktion. Gerade der letzte Punkt sorgte unter vielen Spielern für Frust - ich persönlich finde jedoch, das gerade dort der Reiz des Spiels liegt, es zwingt zu vorsichtigem Vorgehen und sondieren der Lage - Rambos haben hier keine chance.
IGI bekam einen grafisch leicht verbesserten Nachfolger spendiert, der jedoch dem ersten Teil nicht das Wasser reichen konnte.

FAZIT: Project IGI ist eine schwere, aber motivierende, realistische Ballerei - ob man sich an Sicherheitskameras vorbeischleicht oder sich lieber durch das Camp schiesst, bleibt dem Spieler überlassen. Jones gleitet Stromleitungen entlang, kann sich dabei das Einsatzgebiet von oben ansehen, und landet hinter dem Feind um ihm dann in den Rücken zu fallen - durch die große Freiheit in diesem "Open World"-Shooter laden verschiedene Taktiken zum ausprobieren ein. Die Grafik gewinnt keinen Preis für Schönheit, aber die Weitsicht ist gigantisch und überzeugt auch heute noch. Die Waffensounds sind ebenso realistisch wie der Rest des Spiels, die trockenen Gespräche zwischen Jones (der übrigens stilecht mit englischem Akzent spricht) und Anya erheitern den Spieler.

Wertung: 7|10 Retro-Wertung: 8|10