No Second Prize (Amiga) © 1992 Thalion

Genre: Rennspiel

Choose your Driver

1992 bescherte uns Thalion mit "No Second Prize" eine Motorradsimulation, die so rein gar nichts mehr mit Arcaderennspielen wie "Hang On" zu tun hatte.

Man wählt einen von 6 Fahrern, welche sich in diversen Fähigkeiten stark unterscheiden, und macht mit ihnen die 20 Rennstrecken des Spiels unsicher, wobei man nur die Wahl zwischen Karriere und Training hat. Man darf noch zwischen manueller und automatischer Schaltung wählen, und die Empfindlichkeit der Maussteuerung einstellen. Ja, ganz recht, das Motorrad wird nicht per Joystick gelenkt - welchen man aber nach einer kurzen Einarbeitungsphase auch nicht vermisst.

Klotzen, nicht Kleckern

Seitwärtsbewegungen steuern die Maschine, wärend die rechte Maustaste das Bike beschleunigt, und die linke es abbremst. Je nach Fahrer und schärfe der Kurven ist dabei frühes oder spätes Bremsen angesagt - hier greifen die unterschiedlichen Eigenschaften der Fahrer stark.

Die Optik des Spiels ist alles andere als schön anzusehen, auch damals nicht. Klobige, eckige Polygonobjekte quälen das Auge, und die Motorräder unterscheiden sich optisch nur durch ihre Farbe.
Auch die HUDs sind dieselben. Wer jetzt jedoch erschreckt die Maus in die Ecke pfeffert, verpasst wohl eine der flüssigsten und schnellsten Grafikdarstellungen der damaligen Zeit.
Was es der Grafik an Schönheit mangelt, gleicht das Spiel durch seine unglaubliche Schnelligkeit aus - das Geschwindigkeitsgefühl ist unbeschreiblich gut gelungen.

Zeigs mir nochmal!

Die Motorensounds sind nichts besonderes, aber zweckmäßig und erfüllen ihre Funktion. Wärend und nach des Rennens (das sowohl in Training als auch in der Meisterschaft immer sechs Runden beträgt) lässt sich zudem ein Replay anzeigen - inklusive verschiedener Kameraperspektiven. Sogar eine Helikopterkamera ist dabei - für damalige Verhältnisse eine erstaunlich umfangreiche Sache. Auf Wunsch lässt sich so nochmal das komplette Rennen anschauen, und Fahrfehler analysieren.

Diese können durchaus schwere Folgen haben, denn das Bike besitzt neben der Geschwindigkeitsanzeige auch zwei Balken für Panzerung des Bikes und des Fahrers. Ein Crash zuviel kann somit auch schnell das aus bedeuten. Die gegnerische KI fährt solide und ohne große Fehler, einige Fahrer sind jedoch aggressiver als andere.

FAZIT: No Second Prize ist eine gelunge Motorradsimulation, welche ihre grafischen schwächen durch das unglaublich schnelle, flüssige und realistische gameplay ausgleicht. Die sechs verschiedenen Fahrer sorgen für völlig unterschiedliche Fahrerlebnisse - schafft man mit dem einen problemlos eine Kurve mit Tempo 150, fliegt man mit dem nächsten dort schon gnadenlos heraus. Das Spiel ist mit 20 realen Rennstrecken recht umfangreich, lediglich im Training hätte man sich etwas mehr Einstellungsmöglichkeiten gewünscht, z.b. die Anzahl der Runden. Auch einen Wetterwechsel gibt es hier nicht. Da es damals jedoch keinen Konkurrenten für NSP gab, bleibt dieses Spiel bis heute ein gelungener Klassiker für lernwillige Motorradfans.


Wertung: 6|10 Retro-Wertung: 9|10