Moonstone - A Hard Days Knight (Amiga, PC) © 1991 Mindscape

Genre: Action-Adventure


Sein Zorn zerschlägt die Bösen

Zu beginn des Abenteuers gilt es für jeden Spieler, seinen Spielcharakter unter vier verschiedenen Rittern auszuwählen, welche sich aber leider nur durch ihre Rüstungsfarbe und den Startplatz in der Spielwelt unterscheiden:


der blaue Ritter (Sir Godber) im nordwesten,
der orange Ritter (Sir Richard) im nordosten,
der grüne Ritter (Sir Jeffrey) im südwesten,
der rote Ritter (Sir Edward) im südosten.

Anschliessend folgt ein kurzes Intro, in welchem der Held den Segen der Druiden für seine Suche nach einem der "Mondsteine" erhält - und los gehts.
Man sieht seinen Ritter auf einer Übersichtskarte, auf der die Monster-Lairs, die zwei Städte, Stonehenge, das Tal der Götter in der Mitte und andere Locations verzeichnet sind. Die anderen, nicht-menschlichen Ritter werden dann durch schwarze, böse Ritter verkörpert, welche ihrerseits nach 4 magischen Schlüsseln suchen, denn nur mit diesen lässt sich das Tal der Götter betreten, in welchem der Moonstone auf die Entdeckung wartet..
Gelegentlich kommt es auch zum Kampf mit diesen Rittern, welcher auf einem nur einen Bildschirm großen Schlachtfeld stattfindet - wie auch der Kampf mit den verschiedenen Monstern.

Stirb, du Hund!

Dabei stehen dem Spieler diverse Schwertschläge zur Verfügung. Es gibt stärkere, langsamere, aber auch schnellere, schwächere Angriffe, sowie einige Abwehr bzw. Ausweichbewegungen. Die Steuerung sollte man blind beherrschen, um später gegen schwerere Gegner zu bestehen. Auch Wurfmesser befinden sich im Inventar des Spielers, das er wärend der zahllosen Kämpfe stets zu verbessern versucht.

In Städten können bei Händlern bessere Rüstungen oder Schwerter gekauft werden, Heiltränke und magische Ringe findet man im Tempel. Ein Heiler kann die Gesundheit des Spielers wieder auffüllen. Desweiteren gibt es auch eine Kneipe, in welcher man sein knappes Gold durch Glücksspiel vermehren oder auch noch weiter reduzieren kann.

Der Spieler besucht also einen Lair nach dem anderen, bekämpft Monster und feindliche Ritter, eignet sich bessere Ausrüstung an, wobei er sich jedoch pro tag immer nur ein bestimmtes Stück auf der Karte bewegen kann, je nach Ausdauer und Geländebeschaffenheit. Auch andere Attribute wie Stärke und Hitpoints können durch Kämpfe verbessert werden, die Verteilung kann der Spieler selbst vornehmen. Nach jedem Tag wird ein Bild des Mondverlaufs eingeblendet, diese Phasen sind vor allem für den Schluss im Tal der Götter entscheident. Aber auch bestimmte Gegner sind in manchen Mondphasen schwerer zu besiegen.

Irgendwann kommt dann auch der rote Drache ins Spiel - dieser fliegt ständig über die Karte, und attackiert den Spieler und die anderen Ritter - je mehr Gold man hat, je wertvoller die Ausrüstung, desto eher die Chance eines Angriffes. Auch der Kampf gegen den Drachen läuft auf einem Bildschirm ab, wird man von ihm besiegt, verliert man ein beliebiges Stück seiner Ausrüstung, und das gesammelte Gold. Auch beim Kampf Ritter gegen Ritter darf der Gewinner dem Verlierer einen Inventargegenstand entwenden.
Ist der Drache besiegt, erhält man all seine erbeuteten Gegenstände.

Splatterfest

Die Entwickler haben in Moonstone nicht mit der Darstellung von Gewalt gegeizt. Köpfe fliegen, durchbohrte gegner pumpen im Takt ihres Herzschlages Blutfontänen aus dem Körper, und auch der Spieler selber kann auf üble Art das zeitliche Segnen, auch wenn ein Blinken seines Körpers die niedrigen Hitpoints bereits ankündigt. Hier sollte man dann schnell zum Heiltrank greifen, sonst kann man ein recht unrühmliches Ende finden. Der Arme Held wird aufgespiesst, zermatscht, enthauptet oder gar gefressen - nach jedem Tod ist eines der fünf Leben weg.

Diese Leben kann man im Stonehenge erneuern, allerdings muss man dafür einen Gegenstand opfern. Auch Heiler sind dazu gegen eine bestimmte Menge Gold in der Lage. Der Magier Mythral the Mystic, der in Waterdeep lebt, kann dem Spieler gegen Gold Attributpunkte erhöhen.

FAZIT: Moonstone ist eine gute, seltene Mischung aus Action, RPG und Adventure, gemixt mit einer heftigen Prise Gewalt - die allerdings nur in Deutschland für Kritik und ein Jahr später für Indizierung sorgte. Die Hintergrundgeschichte ist schwach bis gar nicht vorhanden - das Spiel selbst überzeugt auch nicht mit besonders hoher Spieltiefe - zu schwach sind die Rollenspielelemente, zu Anspruchslos der Kampf gegen die verschiedenen Gegner, die recht einfach zu besiegen sind (es sei denn sie kommen zu zweit von zwei Seiten), hat man die richtige Taktik gefunden. Spannender sind da schon die Kämpfe Mensch gegen Mensch, denn das Spiel kann auch mit mehreren Leuten gespielt werden.
Ein Spiel wie Moonstone gibt es bis heute nicht in dieser Form, das finden der Schlüssel ist glück, ein Spiel kann somit 10 min oder auch 4 Stunden dauern. Die Animationen sind toll, wenn auch zeitweise makaber - die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Schwertes würden sogar für ein Beat`em Up reichen. Empfehlung für alle Fantasyfans, die einen guten Schluck Blut als durchaus gameplayfördernd betrachten.



Wertung: 7|10 Retro-Wertung 8|10