Desert Strike (Amiga) © 1993 Electronic Arts

Genre: Action

USA, rette die Welt!

Der böse General Kilbaba nimmt sich mit Gewalt die kontrolle über einen fiktiven Staat im nahen osten, und droht mit dem dritten Weltkrieg - Das Pentagon schickt einen Apache-Helikopter samt Elite-Piloten, um ihn aufzuhalten. Soweit, so simpel, so kitschig.
Der Spieler selektiert zunächst den Bordschützen (Copilot), der ihn während des Einsatzes unterstützt. Dabei lassen sich aus 10 verschiedenen Kandidaten wählen, welche sich bezüglich der Fähigkeiten am Bord-MG und der automatischen Winde zum aufnehmen von Vorräten unterscheiden. Nicht alle sind von Anfang an verfügbar, einige der "cracks" muss man erst im laufe des Spiels finden und an Bord nehmen, damit sie künftig zur Verfügung stehen.
Hat man seine Wahl getroffen, stürzt man sich auch schon nach einer kurzen Einsatzbesprechung ins Gefecht. Zum Start jeder Mission befindet sich der Helikopter an Bord einer Fregatte, die vor der Küste des Einsatzgebietes liegt.

Nun steuert man seinen Heli in einer isometrischen Spielansicht gegen die Feinde der Welt und zum Erfüllen der Mission. Der Apache verfügt über 3 verschiedene Waffensysteme, deren Munitionierung sogar genau dem reellen Vorbild entspricht: 1178 schuss für das schwenkbare Bord-MG, 38 ungelenkte Hydra-Raketen und 8 Luft-Boden-Raketen vom Typ Hellfire.
Auf einer Übersichtskarte lassen sich jederzeit alle Einsatzziele im Einsatzgebiet anzeigen, ausserdem Position von Treibstoffdepots, Munition, feindlichen Luftabwehrgeschützen etc.

Taktischer Luft-Boden-Kampf

Der Spieler hat völlige Bewegungsfreiheit im Einsatzgebiet, bestimmte Ziele wie das Ausschalten von Radarstellungen und Flughäfen sind vorgegeben um den Einsatz abzuschliessen. Dabei liegt es in den Händen des Spielers, welche dieser Aufgaben er zuerst erfüllt. In der Regel jedoch sollte man dem Plan des HQ folgen, tut man das nicht und greift z.b. den Flugplatz an ohne vorher das Radar kaltzustellen, ist die Abwehr dort sehr viel energischer.
Mit Hilfe der Bord-Winde kann der Spieler Munition, Treibstoff und auch Menschen an Bord nehmen, eigene Soldaten und auch feindliche, welche der Copilot an einer Strickleiter hängend ergreift.
Diese können an einem Landeplatz am Strand abgesetzt werden.

Dadurch bekommt der Spieler zusätzliche Rüstungspunkte für seinen Hubschrauber. Manchmal geben Gefangene sogar Informationen zur Mission preis. Durch die knappe Munition und den ebenfalls knappen Treibstoff, ist der Spieler gezwungen, taktisch und wegsparend vorzugehen, was diesem recht simplen Actionspiel eine strategische Note verleiht. Auch der Einsatz der Waffen will gut überlegt sein - vergeudet man seine Hellfire-Raketen an simplen Soldaten oder Gebäuden, bekommt man gegen gefährliche Panzer oder Rapier-Raketenstellungen schnell Probleme.

Und so kämpft und fliegt man sich durch die Missionen, die sich zwar grafisch kaum voneinander unterscheiden, jedoch recht unterschiedliche Missionsziele beinhalten: Flughäfen oder SCUD-Rampen zerstören, Kraftwerke lahmlegen oder gar ein Camp mit gefangenen befreien.
Hat man es zunächst nur mit simplen AA-Geschützen und Fußsoldaten als Gegnern zu tun, gesellen sich später auch Panzerwagen und Flakpanzer dazu - der Schwierigkeitsgrad ist recht fordernd und steigt ständig an. Grafik und Sound überzeugen, man hat zwar schon schöneres auf dem Amiga gesehen, aber alles wirkt sehr stimmig und es passt zum Wüstensand-Setting. Auf Musik muss während des Spiels verzichtet werden, stattdessen wummern MG-Sounds aus den Boxen und der Rotor des Apache kämpft hörbar mit Richtungswechseln.

FAZIT: Desert Strike, das erste Spiel der vierteiligen Strike-Serie, ist ein schickes, wenn auch recht schweres Actionspektakel. Der begrenzte Vorrat an Munition, Panzerung und Sprit zwingt den Spieler zum taktischen Vorgehen, die Wahl des Bordschützen ist entscheidend für das Geschick beim schiessen mit dem MG und dem Bedienen der Winde. Grafik und Sound überzeugen, das recht originalgetreue "Desert Storm" - Szenario ist mal was anderes unter den vielen Actionspielen, wenn auch für den einen oder anderen moralisch fragwürdig (guter westen gegen bösen osten). Negativ sind auch die recht langen Ladezeiten von 3 Disketten vor jeder Mission. sowie die recht langsame Spielgeschwindigkeit. In der Mega Drive Version beispielsweise steuert sich der Helikopter deutlich schneller und flüssiger, das ausweichen von Raketen und Geschossen ist dort wesentlich einfacher.

Wertung: 6|10 Retro-Wertung: 8|10