Blue Max (C64) © 1983 Synapse Software

 

Genre: Action

 

God save the Queen!

Zu den tollen Instrumental-Klängen dieses Musikstücks empfängt uns das Titelbild von Blue Max. Hauptmenü wäre auch übertrieben, denn es gibt keinerlei Spieloptionen. Drückt man den Feuerknopf, beginnt das Spiel sofort, und der Spieler findet sich auf einer Landebahn im ersten Weltkrieg wieder, von welcher man loszieht, um feindliche Ziele zu bombardieren.

 

Bewegt man den Joystick nach unten, fängt das Flugzeug an, Geschwindigkeit aufzunehmen. Hochziehen darf man es aber erst bei 100 Knoten, sonst stürzt man ab - ein Absturz, egal an welcher Stelle des Spiels, hat einen Neustart zur Folge. Ist man in der Luft, kann man seinen Flieger innerhalb eines schmalen Flugkorridors nach links und rechts, sowie nach oben und unten bewegen. Je höher die Flughöhe, desto geringer die Chance, vom Flakfeuer getroffen zu werden.

Allerdings ist dann auch der Bombenabwurf schwieriger. Der Spieler muss feuern, und dabei das Flugzeug nach unten bewegen, um eine Bombe abzuwerfen.

 

Bombs away!

Dieser Bombenabwurf ist das eigentliche Gameplayelement des Spiels. Mithilfe des eigenen Flugzeugschattens am Boden verfügt man über eine Art Zielkreuz, die Bomben landen stets genau in der Mitte. Wie lange sie bis zum Aufschlag brauchen, hängt wiederrum von der Höhe ab.

Der Spieler zerbombt Flakstellungen, Panzer, Strassen, Brücken, Gebäude und Schiffe. Manche dieser Ziele haben ein blinkendes Kreuz, was auf ein besonders wichtiges Ziel hindeutet.

 

Für diese Ziele bekommt man mehr Punkte. Generell sind Punkte von der Art des Ziels abhängig. Panzer und Flaks geben weniger, Schiffe und Autos mehr Punkte. Auch gegnerische Flugzeuge tauchen oft auf dem Bildschirm auf, mal fliegen sie auf den Spieler zu, mal kommen sie von hinten. Ein Pfeil am unteren Bildschirmrand gibt an, ob man steigen oder sinken muss, um auf dieselbe Höhe des Gegners zu kommen. Ist das gelungen, kommt das Bord-MG zum Einsatz. Fliegt man sehr niedrig, kann man dieses auch gegen Panzer einsetzen, was aber sehr riskant ist.

Wird der Spieler von einer Flak getroffen, bekommt er einen technischen Schaden - insgesamt gibt es vier verschiedene, welche durch einen Buchstaben angezeigt werden:

M = Motorschaden, das Flugzeug lässt sich schwerer steuern.

F = Benzinleck, man verliert schneller Treibstoff

G = Hitzeschaden, das Maschinengewehr blockiert häufig

B = Benutzung der Bomben blockiert häufig

 

Spätestens der fünfte Treffer hat einen Absturz zur Folge. Um dies zu Verhindern, tauchen in regelmäßigen Abständen Landebahnen auf, auf welchen der Spieler nicht nur Reparaturen durchführen lassen kann, sondern Nachfüllungen von Bomben und Benzin. Das Spiel ist dann beendet, wenn der Spieler das Ende dieses "Flugkorridors" erreicht hat, unabhängig von der Punktezahl. Die Spielzeit beträgt ca. 10 Minuten, kann aber auch verkürzt werden durch weniger Landungen. Der Reiz des Spiels bestand deshalb darin, einen möglichst hohen Highscore zu erreichen, welchen man gerne unter Freunden verglich.

FAZIT: Blue Max war ein kurzes, aber spassiges Vergnügen. Die Grafik ist für C64-Verhältnisse in Ordnung, wenn auch nicht Spitzenklasse. Der Sound allerdings ist hervorragend...vom Knattern des Propellers bis zum Pfeifen der abgeworfenen Bomben. Die Steuerung ist nicht kompliziert, die kleinen Simulationsaspekte (Schaden, Benzin, Start und Landung) tun dem Spiel sehr gut, und gleichen das vergleichsweise simple Gameplay wieder etwas aus. Zu einem Tophit fehlt Blue Max allerdings mehr Abwechslung und Spiellänge, zumal es auf einem anderen Arcadehit, Zaxxon, basiert.

Wertung: 4|10 Retro-Wertung: 7|10